Informationen
Info Erasmus+ Förderungen
Mobilitätsförderung Erasmus+
Der Büchereiverband Österreichs (BVÖ) kann für alle österreichischen Bibliothekar:innen aus Mitgliedsbibliotheken Mobilitätsprojekte im Rahmen von Erasmus+ ermöglichen und verwalten. Dadurch können Teilnehmende unter anderem Konferenzen, Kongresse und Fortbildungskurse besuchen oder ein Jobshadowing machen.
Der BVÖ als Erasmus+ Konsortium
Seit 2026 ist der BVÖ als Erasmus+ Konsortium akkreditiert. Dem Konsortium gehören neben dem BVÖ als koordinierender Organisation folgende Einrichtungen an: Bibliothek im Zentrum, Büchereien Wien, Österreichisches Bibliothekswerk und Lesezentrum Steiermark.
Eine Akkreditierung ist keine einmalige Bewilligung, sondern eine langfristige Zusage: Mobilitäten können über mehrere Jahre abgerufen werden, ohne dass jedes Mal ein vollständiger Antrag nötig ist. Der BVÖ übernimmt dabei den Antrag, die Berichte, die Kommunikation mit der Nationalagentur OeAD und die Abrechnung. Die Mitgliedseinrichtungen suchen die passende Aufnahmeeinrichtungen, formulieren ihre Lernziele und wählen aus, wer fährt.
Neu: Gruppenmobilitäten für erwachsene Lernende
Neben den Mobilitäten für Bibliothekspersonal sind im Konsortium auch Gruppenmobilitäten erwachsener Lernender möglich. Dabei reist nicht das Personal, sondern die Zielgruppe der Bibliothek: Menschen, die an den Bildungsangeboten des Hauses teilnehmen. Die Gruppe hat ein gemeinsames Lernprogramm und wird von ein bis zwei Personen aus der Bibliothek begleitet.
Als erwachsene Lernende gelten Personen, die innerhalb der letzten drei Jahre vor Beginn der Mobilität an einem Bildungsangebot der entsendenden Bibliothek teilgenommen haben. Diese Teilnahme muss nachweisbar sein, etwa durch Anmeldungen oder unterschriebene Teilnehmendenlisten. Mitarbeiter:innen der Bibliothek zählen nicht als Lernende – sie reisen als Personal, auch wenn sie an einer internen Weiterbildung teilnehmen.
Darüber hinaus können Expertinnen und Experten aus dem Ausland eingeladen werden, um ihre Methoden vor Ort weiterzugeben. Hier dreht sich die Richtung um: Die Expert:innen kommen zu uns.
Bewerbung und Unterstützung
Während der gesamten Programmdauer nimmt der BVÖ Bewerbungen von österreichischen Bibliothekar:innen entgegen, die innovative europäische Bibliotheken besuchen möchten, wobei der Grad der Relevanz für die jeweilige Bibliothek berücksichtigt wird. Als Teil des Bewerbungsprozesses werden die Kandidat:innen ermutigt, über ihre Lernziele und ein Reiseziel, das den Lernzielen entspricht, nachzudenken. Der BVÖ stellt Schritt-für-Schritt-Unterstützung für die erfolgreiche Durchführung der Erasmus+ Mobilitätsmaßnahme zur Verfügung und bietet Hilfe bei den administrativen und bürokratischen Aspekten des Stipendiums.
Programmländer sind neben den EU-Mitgliedstaaten auch Norwegen, Island, Liechtenstein, die Republik Nordmazedonien, die Türkei und Serbien. Ab 2027 kommt das Vereinigte Königreich dazu.
Förderbare Kosten
- Reisekosten ab einer Distanz von 10 Kilometern. Die Berechnung erfolgt mittels des Distanzrechners der Europäischen Kommission.
- Aufenthaltskosten: Die Tagessätze variieren nach Zielland. Die Höhe der Förderung für die Aufenthaltskosten richtet sich nach Zielland und Aufenthaltsdauer.
- Kursgebühren: Kurse, Konferenzen und Seminare werden mit 80,– EUR pro Kurs-/Konferenztag gefördert, maximal bis zu einer Höhe von 800,– EUR.
- Besondere Bedürfnisse: Hierunter fallen Kosten, die durch die Projektbeteiligung von Personen mit besonderen Bedürfnissen – zum Beispiel einer körperlichen Behinderung – entstehen. 100 % der tatsächlich angefallenen Kosten werden gegen Nachweis erstattet.
- Begleitpersonen: Bei Gruppenmobilitäten werden auch die Kosten für die begleitenden Personen gefördert.
Die Teilnehmenden sind für die Organisation und Buchung von Unterbringung und Reisemitteln (Zug, Flugzeug) selbst zuständig. Über die Förderung hinausgehende Kosten werden nicht vom BVÖ übernommen.
Bewerbung
Bibliothekar:innen (ehrenamtlich und hauptberuflich) werden eingeladen, sich für ein Erasmus+ Stipendium zu bewerben. Dazu reicht eine kurze Beschreibung der geplanten Auslandsaktivitäten und eine Angabe der empfangenden Bibliothek. Zusätzlich wird eine Einverständniserklärung und Kontaktperson (eine E-Mail reicht) der aufnehmenden Bibliothek benötigt.
Gruppenmobilitäten und die Einladung von Expertinnen und Experten werden gesondert mit der jeweiligen Bibliothek vereinbart. Melden Sie sich dafür bitte frühzeitig bei uns.
Verbreitung und Nachbearbeitung
Die Reisenden berichten über die Projekte sowie deren Ergebnisse. Die Verbreitung der Ergebnisse, von Best-Practice-Beispielen und neuen Erfahrungen im österreichischen Bibliothekswesen ist ein wichtiges Ziel dieses Projekts. Die Fristen für die Abschlussberichte hängen von der Reisezeit ab und werden verbindlich vereinbart. Die Wirkung und Verbreitung ist auch ein relevanter Punkt bei der Mittelvergabe. Die Verbreitung erfolgt in Kooperation mit dem BVÖ, beispielsweise über Präsentationen bei Tagungen (etwa bei Landestagungen oder Veranstaltungen des BVÖ), Websites, Blog und Social-Media-Kanäle des BVÖ. Eigenständige Erschließung weiterer Publikationskanäle ist erwünscht!
Empfänger von Fördermitteln der Europäischen Union (EU) sind verpflichtet, in allen Kommunikations- und Werbematerialien die EU-Flagge abzubilden und auf die im Rahmen der einschlägigen EU-Programme erhaltene Förderung hinzuweisen.